
Buchtipp: “Schreiben in Cafés -Writing down the Bones” Nathalie Goldberg
August 19, 2025
Der Affentrick
August 21, 2025“Als Künstler müssen Sie lernen, für sich selbst gut zu sorgen. Sie benötigen genug Achtsamkeit, damit sie ihren kreativen Energiepool bewusst wieder auffüllen, nachdem sie ihn verstärkt in Anspruch genommen haben. Das Reservoir ihrer Kreativität muss aufgefüllt werden, sonst trocknet es aus. Das Reservoir aufzufüllen bedeutet, die aktive Suche nach Bildern, mit denen sie ihren künstlerischen Fischteich aufstocken.” – aus der Weg des Künstlers (Julia Cameron)
So beschreibt Julia Cameron in ihrem Buch die Wichtigkeit der Künstlertreffs. Es ist im Grunde nichts anderes wie eine Auszeit. Weg von aller Produktivität, vom Schaffen Müssen und vom Gruppendruck hin zum “Ich verwöhne mich mit Eindrücken.”Nun ist Zeit für mich allein. Zeit zum Spielen und Freude haben.”
Oft nehmen wir uns Dinge vor, die wir uns gönnen wollen und tun sie entweder viele zu spät oder auch gar nicht. Wir sagen uns ‘ich muss erst noch diese Sache machen” oder ‘das kann ich machen, wenn ich alles Andere erledigt habe’. Oftmals erlauben wir uns den Genuss nicht. Wer kennt noch den Spruch “erst die Arbeit und dann das Vergnügen”. Und dann kommt noch diese und jene Arbeit und ehe wir wieder an unser Vorhaben denken, ist der Tag oder das Wochenende vorbei und wir fallen müde ins Bett.
Eine Auszeit ist jedoch essentiell um wieder Kraft zu schöpfen. Der Künstlertreff ist essentiell um Ideen sprudeln zu lassen. Aber wie sieht so ein Künstlertreff aus?
2 Stunden/Woche nur für mich einplanen
Julia schlägt vor, sich jede Woche zwei Stunden nur für sich einzuplanen. Ich habe erst gedacht ‘Wow, zwei Stunden sind aber sehr lang. Wie und wann mache ich das? Habe ich dann noch genug Zeit mit meinem Partner?’ Ich kann dir sagen. Es funktioniert! Sogar sehr gut, wenn ich es mir in meinen Handykalender eintrage. Und die zwei Stunden sind schneller rum, als es dir lieb ist. Und der Partner? Der ist mit Sicherheit froh, auch seine Zeit für sich zu bekommen. Zumindest kann er die zwei Stunden akzeptieren. Bei uns ist es genau das Gegenteil: Nach meiner zweistündigen Me-Time freuen meine Partner und ich uns aufeinander. Weil auch er an meiner Laune spürt, wie gut es mir tut.
Und was?
Eigentlich alles wobei du deine Seele baumeln lassen kannst. Für deine Kreativität ist es aber besonders gut wenn du einen Ortswechsel hast. Vielleicht in ein Theaterstück gehst. In den kleinen Laden gehst der neu geöffnet hat. Vielleicht einen Trail oder Ort erkundest. Oder einfach mal etwas kaufst, dass vielleicht weniger nützlich ist, aber lustig aussieht. Denke bei deinem Künstlertreff eher an etwas, was dich neugierig macht.
Hier ein paar Beispiele:
- Auf den Trödelmarkt gehen
- Ins Theater/Kino/Oper/Musical gehen
- Etwas Lustiges (und unnützes) im Lädchen kaufen
- Mit Straßenkreide oder Fingerfarben malen
- Ein Instrument ausprobieren/spielen
- Ein (Symphonie-) Konzert besuchen
- Einen neuen Ort erkunden
- Eine Ausstellung besuchen
- Auf die Wiese legen und Wolken beobachten
- Einen Raum gestalten
- Zur Musik etwas kritzeln
- Blumen/Tiere/Natur fotografieren
Lege dir ruhig eine Liste mit Dingen an, die du gerne dabei gemacht hast, sodass du zukünftig darauf zugreifen kannst. Manchmal weiß man nämlich einfach nicht, was einem gut tut oder worauf man Lust hat. Das ist ganz normal.
Meine Künstlertreffs waren am Anfang sehr aufregend und ungewohnt für mich. Alleine in ein Symphonie-Orchester gehen? Wer macht das? Ist es nicht zusammen viel schöner? Nein. Es gibt Aktivitäten, die ich gerne mit meinem Partner oder Freunden mache und es gibt welche, die ich alleine viel mehr und intensiver genieße. Und dann bin ich nicht abgelenkt. Von Gesprächen. Von Meinungen. Von meinem Harmoniebedürfnis. Ich darf beobachten und genießen. Und die Bilder auf mich wirken lassen, die so ein Ausflug in sich hat.